Wikileaks veröffentlicht private E-Mails von CIA-Chef Brennan

0
201
Website von Wikileaks

Die Enthüllungs-Website Wikileaks hat gehackte E-Mails von CIA-Direktor John Brennan veröffentlicht. Die sechs Dokumente, die keine geheimen Informationen enthalten, stammen aus dem privatem E-Mail-Postfach des Geheimdienstchefs, wie Wikileaks mitteilte. Der US-Geheimdienst verurteilte die Veröffentlichung der Mails als „heimtückischen“ Eingriff in Brennans Privatsphäre. Wikileaks kündigte an, in den kommenden Tagen weitere E-Mails publik zu machen.

Das Datenleck ist äußerst peinlich für den CIA-Direktor, auch wenn zunächst keine als geheim eingestuften Informationen an die Öffentlichkeit gelangten. Nach Angaben von Wikileaks nutzte Brennan seine private E-Mail-Adresse jedoch gelegentlich für geheimdienstliche Projekte.

Der Geheimdienst CIA verurteilte die Veröffentlichung auf der Wikileaks-Website. Das Anzapfen des privaten E-Mail-Postfachs sei „ein Verbrechen und Brennans Familie ist das Opfer“. Die Mails seien „in heimtückischer Absicht“ kopiert und nun im Netz verbreitet worden. „Eine solche Attacke könnte jeden treffen und sollte verurteilt und nicht unterstützt werden“, erklärte die CIA. Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren immer wieder geheime US-Dokumente und zog sich damit den Zorn Washingtons zu.

 

Die Enthüllungs-Plattform stellte nun unter anderem einen Fragebogen für Geheimnisträger online, den Brennan offenbar 2008 ausfüllte. In dem etwa 50 Seiten umfassenden Dokument gibt er ausführlich Auskunft über seine berufliche Vergangenheit und sein privates Umfeld. Auch der Name und eine Telefonnummer des früheren CIA-Chefs George Tenet tauchen darin auf.

Zudem ist ein Textentwurf Brennans zur Einschätzung der Lage im Iran aus dem Jahr 2007 auf der Wikileaks-Seite zu lesen. Auch ein Fax, in dem es um die Geschäftsbeziehungen der CIA zu einer Privatfirma geht, wurde veröffentlicht. Weitere E-Mails sollen nach Angaben von Wikileaks „in den kommenden Tagen“ folgen.

Medienberichten zufolge hatte vor einigen Tagen ein Hacker versichert, sich Zugriff auf Brennans Konto beim E-Mail-Dienst AOL verschafft zu haben. Der Hacker, der sich als 13-jähriger Schüler einer High School in den USA bezeichnet, rief mehrere Journalisten an. Seinen Angaben zufolge befanden sich in Brennans privatem Postfach auch vertrauliche Dokumente.

Zuletzt war die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton wegen der Nutzung ihrer privaten E-Mail-Adresse während ihrer Amtszeit als US-Außenministerin in die Kritik geraten. Die Republikaner werfen ihr vor, die private Adresse benutzt zu haben, um ihre Korrespondenz unter Verschluss zu halten. Clinton erklärte dagegen, sie habe dies aus Bequemlichkeit getan.