SPD-Fraktion: VW soll manipulierte Autos umrüsten

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Auch Nutzfahrzeuge von Manipulationen betroffen

Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die kostenlose Umrüstung der 2,8 Millionen Volkswagen-Fahrzeuge, die in Deutschland mit manipulierter Software ausgerüstet sind. „VW muss die manipulierten Fahrzeuge in Deutschland sofort und freiwillig in die Werkstätten rufen und die Manipulation beheben“, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der „Bild“-Zeitung. VW müsse verloren gegangenes Vertrauen wieder gutmachen.

Der Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte, Volkswagen helfe in dieser Krise nur Transparenz und Kulanz. „VW wird den Abgas-Skandal nur überstehen, wenn der Konzern alle Manipulationen veröffentlicht und alle betroffenen Fahrzeuge zurückruft und umweltgerecht umrüstet“, sagte er dem Blatt.

EU-Kommissionsvize Frans Timmermans forderte eine lückenlose Aufklärung des Skandals. „Wir müssen Betrug unterbinden, und deshalb müssen wir der Sache auf den Grund gehen“, sagte Timmermans der „Süddeutschen Zeitung“. Es sei „sehr wichtig, dass die Bürger wissen, was im Fall Volkswagen passiert ist“.

Die US-Umweltbehörde EPA hatte in der vergangenen Woche aufgedeckt, dass bei VW-Dieselfahrzeugen in den USA die Abgastests manipuliert worden waren. Mit Hilfe einer speziellen Software wurden im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide gemessen als im regulären Betrieb. Die Software ist laut VW in insgesamt elf Millionen Fahrzeugen des Konzerns weltweit verbaut. In Deutschland sind 2,8 Millionen Fahrzeuge betroffen, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag bekanntgab.

Als Konsequenz aus der Affäre war Martin Winterkorn am Mittwoch als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wählte der Aufsichtsrat am Freitag den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller.

ogo/ki

© 2015 AFP

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