Sondergruppe der Polizei ermittelt in Suhl

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Berlin (AFP) – Nach den Krawallen in einer Asylbewerberunterkunft im thüringischen Suhl laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Eine aus zwölf Beamten gebildete Sonderarbeitsgruppe der Polizei wertet Spuren und Beweismittel aus und vernimmt weiter Zeugen, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Suhl. Es gebe bisher „relativ sichere“ Erkenntnisse zu einem konkreten Tatverdächtigen. Weitere Details nannte der Sprecher nicht.

Bei Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen in der Unterkunft in Suhl und anschließenden Krawallen hatte es am Mittwochabend 17 Verletzte gegeben, darunter sechs Polizeibeamte. Dutzende Menschen griffen Beamte laut Polizei mit Steinen und Eisenstangen an und beschädigten Mobiliar und Streifenwagen. Zuvor war ein Streit zwischen Flüchtlingen eskaliert. Nach Polizeiangaben soll ein Heimbewohner einige Seiten aus einem Koran herausgerissen haben und deswegen von anderen Flüchtlingen attackiert worden sein. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Landfriedensbruchs.

Flüchtlinge vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reagierte empört auf die Vorfälle in Suhl. Menschen, die in Deutschland Schutz suchten, „haben sich an deutsches Recht und Gesetz zu halten“, sagte er in Berlin. Gegen Asylbewerber, die Gewalt anwendeten, egal ob gegen Polizisten oder gegen Andere, müsse „hart vorgegangen“ werden.

Nach Polizeiangaben demonstrierten am Donnerstagabend rund 650 Anhänger der Thügida-Bewegung, einem Ableger der anti-islamischen Pegida, in Suhl. Auf der von Rechten unterstützten Kundgebung wurde die Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung gefordert. In drei Fällen ermittelt die Polizei wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beziehungsweise Verstößen gegen das Waffengesetz. Die Zahl der Gegendemonstranten bezifferte die Polizei auf 75.

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