Polnischer Minister bestätigt Fund von „Nazi-Zug“

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Warschau (AFP) – Der polnische Vize-Kulturminister Piotr Zuchowski ist sich „zu 99 Prozent“ sicher, dass in Polen ein gepanzerter Zug aus der Nazi-Zeit gefunden wurde. Er habe auf Geo-Radarfotos den über hundert Meter langen und unter Erde vergrabenen Zug gesehen, sagte Zuchowski in Warschau. Er gehe davon aus, dass sich möglicherweise wertvolle Fracht in dem Zug befinde.

In Polen halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig Gerüchte um einen verschwundenen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck. Vor wenigen Tagen hatten polnische Behörden bestätigt, dass ein Pole und ein Deutscher die Entdeckung eines gepanzerten Nazi-Zugs in der Gegend von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien gemeldet hätten.

Vize-Kulturminister Zuchowski, der auch Polens oberster Denkmalschützer ist, sagte nun: „Die Tatsache, dass es ein gepanzerter Zug ist, legt nahe, dass es in seinem Inneren Objekte von Wert geben kann.“ In dem Zug könnten „Kostbarkeiten, Kunstwerke, sogar Archive sein, von deren Existenz wir wussten, ohne dass sie gefunden wurden“. In dem Zug könnten aber auch „gefährliche Gegenstände“ sein. Grabungen am Fundort müssten daher von Spezialisten vorgenommen werden, darunter auch Sprengmeister, falls der Zug vermint sei.

Zuchowski hob hervor, es gebe bislang keine „überprüfbaren“ Informationen zur Ladung des Zuges. Die Geschichtsexpertin Joanna Lamparska hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFP gesagt, dass die zwei Entdecker des Zuges bei den polnischen Behörden angegeben hätten, in dem Zug befänden sich „Edelmetalle, Wertgegenstände und Industriematerialien“. Zudem habe der Zug Kanonen an Bord gehabt.

Laut Zuchowski sind auf den Geo-Radarbildern, die die Erde durchdringen können und den Zug sichtbar machen, tatsächlich Kanonen und Aufbauten zu sehen. Die Bilder seien von guter Qualität. Nach seiner Ansicht hatte seit dem Zweiten Weltkrieg „niemand Zugang“ zu dem Zug. Gefunden worden sei der Nazi-Zug nun, weil eine Person „auf dem Sterbebett“ Informationen zum Versteck des Zuges weitergegeben und dazu eine Skizze angefertigt habe.

Die polnischen Behörden halten den genauen Fundort des Zuges bisher geheim. Bekannt ist lediglich, dass er in der Gegend von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien stehen soll. Dort gibt es eine Reihe unterirdischer Stollen, die die Nazis unter dem Codenamen „Riese“ hatten bauen lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden. In der Gegend sollen aber am Ende des Zweiten Weltkriegs auch zwei Sonderzüge der Nazis verschwunden sein.

Zuchowski hatte bereits am Donnerstag Schatzsucher vor möglichen Minen in dem Zug gewarnt. Nach seinen Worten ist derzeit in der Gegend um Walbrzych eine „verstärkte Aktivität von Schatzsuchern“ zu beobachten. Tatsächlich waren am Freitag dutzende Neugierige entlang der Gleise bei Walbrzych unterwegs.

Den beiden Findern des Zuges stünden zehn Prozent Finderlohn zu, erklärte der Vize-Kulturminister. Sie wollen anonym bleiben.

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