Polizei sucht in See nach Leichen von Familie aus Drage

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Buchholz (AFP) – Auf der Suche nach Mutter und Tochter der verschwundenen Familie aus Drage haben Ermittler begonnen, den Bereich an einem See bei Buchholz in der Lüneburger Heide zu durchsuchen. Bei der Aktion werde zum einen der umliegende Wald überprüft, sagte ein Polizeisprecher. Zum anderen sei ein Sonarboot im Einsatz, um den Grund des Teichs nach etwaigen „Auffälligkeiten“ abzusuchen.

Ergebnisse gab es noch nicht. „Es ist ein Versuch“, sagte der Polizeisprecher. Die dreiköpfige Familie aus dem niedersächsischen Ort Drage war vor etwa vier Wochen verschwunden, der 41-jährige Familienvater einige Tage später tot in der Elbe entdeckt worden. Die Polizei geht von einem Familiendrama aus. Ihren Angaben nach ertrank der Mann ohne Fremdeinwirkung. Bislang ist unklar, wo die mutmaßlichen Leichen der Frau und der Tochter sind.

Bei der Rekonstruktion der Vorgänge hatte die Polizei konkrete Spuren zum sogenannten Seppenser Mühlenteich entdeckt. Zunächst fanden die Beamten eine Zeugin, die die Familie möglicherweise am Tag ihres Verschwindens auf einem Waldweg am Gewässer gesehen hatte. Spezielle Personenspürhunde fanden dort Geruchsspuren aller drei Mitglieder. Diese führten zum Ufer des Sees, aber nur die Spur des Vaters führte auch wieder von dort weg.

Die Polizei schloss gewisse räumliche Ungenauigkeiten allerdings nicht aus, weil seit den Ereignissen schon vier Wochen vergingen. Witterungseinflüsse können Spuren verlagern. Daher sollte auch der Wald durchsucht werden.

Nach Angaben des Sprechers der Ermittler stehen Taucher bereit, um etwaige Sonarkontakte näher zu untersuchen. Dies könne am Mittwoch oder erst am Donnerstag geschehen.

Auf der Suche nach Mutter und Tochter hatte die Polizei zuvor bereits an ganz anderen Stellen gesucht. Auch ein Uferabschnitt der Elbe war ergebnislos abgesucht worden. Der Fall wurde auch in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ thematisiert. Daraufhin meldete sich die Zeugin, die sich bereits früher anonym an die Beamten gewandt hatte, erneut und konnte genauer befragt werden.