Paris und London kooperieren gegen Flüchtlingskrise

0
268

Calais (AFP) – Angesichts der Flüchtlingskrise am Ärmelkanal haben Frankreich und Großbritannien eine engere Zusammenarbeit vereinbart. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve und seine britische Kollegin Theresa May unterzeichneten im nordfranzösischen Calais eine Vereinbarung, die unter anderem stärkere Sicherheitsvorkehrungen am Hafen der Stadt und am Eurotunnel sowie einen verstärkten Kampf gegen Schlepperbanden vorsieht. London sagte zudem in einer gemeinsamen Erklärung über zwei Jahre zehn Millionen Euro für die Betreuung von Flüchtlingen in Frankreich zu.

Cazeneuve und May besuchten auch das Eurotunnel-Gelände in Coquelles nahe Calais. „Nötig ist ein sehr starkes Signal hier in Calais, dass man nicht einfach so die Grenze überqueren kann“, sagte Cazeneuve. Schleuserbanden müssten wissen, „dass in Calais keine Grenzüberquerung möglich ist“.

Viele Flüchtlinge wollen rüber nach Großbritannien

Die Vereinbarung zwischen Paris und London sieht unter anderem die Einrichtung eines gemeinsames Kommando- und Kontrollzentrums im Kampf gegen Schleuser vor. Das Kommandozentrum in Calais soll die Zusammenarbeit der Polizeibehörden beider Länder intensivieren und gleichberechtigt von einem britischen und einem französischen Chef geleitet werden.

Angekündigt werden in der Vereinbarung auch „zusätzliche Mittel“, um den Eurotunnel-Eingang zu sichern. London soll unter anderem die Einrichtung eines neuen Überwachungsraums für den Eurotunnel finanzieren.

Die britische Regierung sagt zudem über zwei Jahre jeweils fünf Millionen Euro für die Betreuung von Flüchtlingen in Nordfrankreich zu. Unter anderem will London bei der Errichtung neuer Flüchtlingsunterkünfte helfen, die aber „in einer beträchtlichen Distanz zu Calais“ entstehen sollen.

In Calais sind tausende Flüchtlinge gestrandet, die auf ein besseres Leben in Großbritannien hoffen. Täglich versuchen zahlreiche Flüchtlinge, auf Fähren oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Ende Juli wurden am Eurotunnel pro Nacht teils mehr als 2000 Fluchtversuche gezählt. Nachdem Paris und Großbritannien aber neue Absperrzäune errichteten und mehr Polizisten nach Calais schickten, sank die Zahl deutlich ab, auf zwischen hundert und zweihundert pro Nacht.