Mutmaßliche Fluchthelfer von Drogenboss „El Chapo“ festgenommen

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Auf "El Chapo" ist ein hohes Kopfgeld ausgesetzt

Die mexikanischen Sicherheitskräfte haben sechs mutmaßliche Organisatoren der spektakulären Flucht von Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán festgenommen. Unter den Verdächtigen seien der Schwager des berüchtigten Chefs des Sinaloa-Kartells und ein Pilot, teilte die mexikanische Generalstaatsanwältin Arely Gómez mit. Der weiterhin flüchtige Drogenboss wird derzeit von einem Großaufgebot an Spezialkräften gejagt.

„El Chapos“ Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano durch ein Loch in der Dusche seiner Zelle und einen daran anschließenden 1,5 Kilometer langen Tunnel hatte die mexikanische Regierung im Juli in große Erklärungsnot gebracht. Nun teilte die Generalstaatsanwältin mit, es sei die Gruppe festgenommen worden, die von außerhalb des Gefängnisses die Flucht „plante, organisierte und umsetzte“.

Guzmáns Schwager soll demnach den Bau des Tunnels überwacht haben. Inhaftiert wurde den Angaben zufolge auch der Verbindungsmann zwischen dem Drogenboss und den Tunnelbauern, der diese auch bezahlte. Ein weiterer Verdächtiger soll für die Konstruktion des Tunnels verantwortlich gewesen sein ebenso wie für den Bau „anderer Tunnel“ für den Drogenschmuggel an der Grenze zur USA. Darüber hinaus wurden zwei Männer festgenommen, die das Anwesen in der Nähe des Gefängnisses verkauft beziehungsweise gekauft haben sollen, von dem aus der Tunnel gegraben wurde.

Guzmán war nach seiner Flucht durch den Tunnel laut der Generalstaatsanwältin von seinen Komplizen auf dem Landweg zu einer 145 Kilometer entfernten Flugpiste gebracht worden, wo ihn zwei Cessnas erwarteten. Ein Pilot, der den Drogenboss in sein Versteck geflogen haben soll, befindet sich laut Gómez nun auch in Haft. Er soll zudem als Drogenkurier für das Kartell gearbeitet haben. Ein zweiter Pilot war bereits vor zwei Wochen festgenommen worden.

Seit der spektakulären Flucht jagen die mexikanischen Sicherheitsbehörden den Drogenboss. Anfang Oktober war der 58-Jährige erneut seinen Verfolgern entkommen. Guzmán konnte fliehen, als Soldaten sein Versteck auf einer Ranch im Nordwesten Mexikos angriffen. Der Drogenboss wurde bei dem Zugriffsversuch am Bein und im Gesicht verletzt.

Derzeit läuft eine großangelegte Suche von Spezialkräften in den Bergen von Sinaloa und Durango nach dem Drogenboss. Bewohner der Region erhoben zuletzt den Vorwurf, sie seien in ihren Häusern von Hubschraubern aus beschossen worden. Hunderte Einheimische flohen von ihren Höfen.

Guzmán war 1993 bereits einmal in Guatemala festgenommen worden. 2001 gelang ihm aber die Flucht aus einem Gefängnis im Westen Mexikos. 2014 ging er den mexikanischen Behörden nach 13-jähriger Fahndung erneut ins Netz. Nach der Flucht im Juli nahmen die Behörden bereits mehr als ein dutzend Verdächtige fest, unter ihnen Wachleute und Verantwortliche des Gefängnisses sowie die damalige Leiterin der mexikanischen Gefängnisverwaltung.

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