Kerry mit Netanjahu in Berlin zusammengekommen

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Israels Regierungschef Netanjahu in Berlin

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern sind US-Außenminister John Kerry und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Berlin zu Gesprächen zusammengekommen. Kerry forderte bei dem Treffen ein „Ende jeglicher Gewalt“.

Kerry und Netanjahu waren zuletzt Ende September in New York zusammengekommen. Bei dem Treffen in Berlin soll es darum gehen, Wege zu finden, die Gewaltwelle im Nahen Osten zu stoppen. Es sei zu erwarten, dass das Gespräch in einem Berliner Hotel mehrere Stunden dauern werde, sagte ein US-Diplomat.

Israel und die Palästinensergebiete werden seit Anfang Oktober von neuer Gewalt erschüttert. Fast täglich gibt es Angriffe von Palästinensern mit Messern auf Israelis, israelische Sicherheitskräfte wiederum schießen auf die Angreifer. Seit Beginn dieser Gewaltwelle wurden bereits fast 50 Palästinenser sowie ein arabischer und acht jüdische Israelis getötet. Außerdem wurden ein jüdischer Israeli und ein Eritreer getötet, die fälschlicherweise für Attentäter gehalten wurden. Im Zusammenhang mit der Tötung des Eritreers gab es vier Festnahmen, die Verdächtigen sollten einem Richter vorgeführt werden.

Am Morgen versuchten in Israel zwei mit einem Messer bewaffnete Palästinenser, in einen Schulbus einzudringen und verletzten danach einen jüdischen Passanten. Bei der Attacke in der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem hätten die beiden jungen Männer zunächst versucht, einen nur für den Schülertransport bestimmten Bus zu besteigen, seien aber vom Fahrer und begleitenden Erwachsenen daran gehindert worden, teilte die Polizei mit. Danach hätten sie einen 25-jährigen Passanten mit einem Messer angegriffen und verletzt.

Die Polizei erschoss einen der beiden Angreifer, der andere wurde schwer verletzt. Nach Ermittlerangaben trugen die beiden Täter unter ihren Hemden T-Shirts mit dem Emblem der Al-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Es handelte sich um zwei 20-Jährige aus dem Dorf Surief bei Hebron im Westjordanland, wie die Polizei mitteilte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon dämpfte unterdessen die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Nach seiner zweitägigen Reise in der Region äußerte sich Ban nach Angaben von Diplomaten bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats „nicht optimistisch“. Der UN-Generalsekretär hatte zuvor ein Ende der Gewaltwelle gefordert.

Ban hatte beide Konfliktparteien nach einem Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah zur Deeskalation aufgerufen. Die „dringlichste Herausforderung“ sei im Moment ein Ende der „Welle der Gewalt“, sagte der UN-Generalsekretär. Ban machte deutlich, dass die Voraussetzungen für „echte Verhandlungen“ über Frieden im Nahen Osten geschaffen werden müssten. Letztlich sei es „an den Palästinensern und den Israelis, sich für den Frieden zu entscheiden“.