IS-Dschihadisten töten Ex-Chef-Archäologen von Palmyra

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Beirut (AFP) – Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den früheren Chef-Archäologen der antiken syrischen Oasenstadt Palmyra enthauptet. Der 82-jährige Chaled al-Assaad wurde hingerichtet und in den Ruinen von Palmyra aufgehängt, wie der Direktor der syrischen Antikensammlungen, Maamun Abdelkarim, mitteilte. Bei einem Selbstmordattentat des IS in Kamischli im Nordosten Syriens wurden 16 Menschen getötet, die meisten davon kurdische Sicherheitskräfte.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde al-Assaad auf einem Platz in Palmyra vor dutzenden Zuschauern enthauptet. Der Archäologe sei bereits vor einem Monat von IS-Kämpfern gefangen genommen worden, die in Palmyra auf der Suche nach Gold gewesen seien, sagte Abdelkarim der Nachrichtenagentur AFP. Al-Assaad sei einer der wichtigsten Experten für die Antike in Syrien gewesen.

Er hatte die Antikensammlungen in Palmyra 50 Jahre lang geleitet, mit ausländischen Experten zusammengearbeitet und war vor 13 Jahren in den Ruhestand getreten. Der IS bezeichnete al-Assaad als Unterstützer der Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad, die er im Ausland bei Konferenzen mit „Ungläubigen“ vertreten habe. Durch die Betreuung der antiken Stätten in Palmyra habe er zudem „Götzen“-Dienst geleistet.

Palmyra

Die IS-Kämpfer hatten Palmyra im Mai erobert. Die antiken Stätten der Oasenstadt gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Mehrere Mausoleen und Skulpturen wurden Medienberichten zufolge seitdem zerstört und die größeren Ruinen vermint. Die Dschihadisten betrachten die Ausstellung von Statuen und die Verehrung von Mausoleen als „Götzendienst“. Die meisten Kunstschätze von Palmyra wurden rechtzeitig vor der Eroberung durch die Dschihadisten nach Damaskus gebracht.

Unterdessen sprengte sich ein Selbstmordattentäter in Kamischli in die Luft und riss dabei mindestens 16 Menschen mit in den Tod, darunter zehn kurdische Sicherheitskräfte, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Demnach zündete der Attentäter in einem Fahrzeug seinen Sprengsatz vor dem Hauptquartier der kurdischen Sicherheitskräfte Asajisch. Laut der oppositionsnahen Organisation wurden durch die „gewaltige“ Explosion in der mehrheitlich kurdischen Stadt auch 14 Zivilisten verletzt.

Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten vor Ort, weshalb die Angaben für Medien nur schwer überprüfbar sind. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana nannte eine Opferzahl von 13 Toten und 50 Verletzten. Im Internet bekannte sich die IS-Miliz zu dem Anschlag.

Der Journalist Arin Schechmos sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen und habe große Zerstörungen angerichtet. Die Häuser in mindestens zwei Straßen seien vollständig zerstört worden. Kamischli liegt in der Provinz Hassaka an der Grenze zur Türkei und wird von den Regierungstruppen und kurdischen Milizen kontrolliert.

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