Illegale Einwanderer zurückverfolgen wie ein Paket

0
675
Christie schlägt vor, Route von Einwanderern zurückzuverfolgen
Christie schlägt vor, Route von Einwanderern zurückzuverfolgen

Die Route von Einwanderern elektronisch nachverfolgen wie bei Paketen – mit diesem Vorschlag hat der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Chris Christie von sich reden gemacht. Der Gouverneur von New Jersey verwahrte sich im US-Fernsehsender Fox News gegen den Vorwurf, er lege nahe, „Menschen sind Pakete. Seien Sie nicht albern.“ Er wolle lediglich die selbe Technologie wie bei Paketen verwenden, um zumindest 40 Prozent der elf Millionen illegal in die USA eingewanderten Menschen aufzuspüren.

Christie hatte den Vorschlag laut einem Bericht der „New York Times“ bei einer Wahlveranstaltung im Bundesstaat New Hampshire unterbreitet. 40 Prozent der illegalen Einwanderer in den USA seien mit einem gültigen Visum eingereist, aber nach dessen Ablauf untergetaucht. Diese Einwanderer sollten mithilfe der im Paketversand üblichen Technologie aufgespürt werden.

„Egal wie lang Ihr Visum ist, wir werden Sie dann kriegen“, wandte sich Christie laut „NYT“ an die Einwanderer. „Wir tippen Ihnen auf die Schulter und sagen ‚Entschuldigung. Danke für’s kommen. Zeit zu gehen.'“ Auf Fox News kritisierte Christie, dass die Regierung technologisch nicht so mit der Zeit gehe wie die Wirtschaft. „Wir können das machen“, warb der Republikaner für seinen Vorschlag. „Daran ist nichts falsch.“

Christie hat Mühe, sich unter den insgesamt 17 Präsidentschaftsbewerbern der Republikaner hervorzutun. Laut einer neuen Umfrage kann er bei der Vorwahl in Iowa mit zwei Prozent der Stimmen rechnen und käme damit auf Rang elf der Bewerber.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Scott Walker bezeichnete derweil Überlegungen, auch an der US-Grenze zu Kanada eine Sperranlage zu bauen, als „legitim“. Dieser Vorschlag müsse geprüft werden, sagte der Gouverneur von Wisconsin dem Fernsehsender NBC. An der US-Grenze zu Mexiko gibt es bereits Sperranlagen.

Illegale Einwanderung ist nicht zuletzt wegen der Präsidentschaftsbewerbung des Milliardärs Donald Trump ein zentrales Thema im US-Vorwahlkampf. Dieser hatte bei der Bekanntgabe seiner Präsidentschaftsbewerbung im Juni Einwanderer aus Mexiko pauschal als „Vergewaltiger“ gebrandmarkt. Auch in den folgenden Wochen brachte er die hispanischstämmigen Einwanderer immer wieder gegen sich auf. In den Umfragen liegt Trump an der Spitze der republikanischen Präsidentschaftsbewerber.

© 2015 AFP

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT