43 vermisste Studenten: Peña Nieto gelobt Aufklärung

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Solidaritätskundgebung für Angehörige der Studenten

Kurz vor dem Jahrestag des Verschwindens von 43 mexikanischen Studenten hat Präsident Enrique Peña Nieto den Angehörigen weitere Bemühungen um eine Aufklärung des Falls zugesagt. Der Präsident kam in einem Museum der Hauptstadt Mexiko-Stadt mit Angehörigen der Studenten zusammen, die in der Nacht zum 27. September vergangenen Jahres im Bundesstaat Guerrero verschwanden. Das Treffen fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, Präsidentensprecher Eduardo Sanchez berichtete, Peña Nieto habe den Angehörigen gesagt, sämtliche Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Angehörigen der Studenten überreichten dem Präsidenten ein Dokument mit acht Forderungen. Peña Nieto übergab das Dokument der Staatsanwaltschaft sowie dem Innen- und Außenministerium mit dem Auftrag, es zu prüfen. Der Präsident ordnete darüber hinaus die Gründung eines Sonderbüros der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung des Verschwindens von tausenden Menschen in Mexiko an. Allerdings wurde nicht ausgeführt, worin der Unterschied zu einer ähnlichen Ermittlungseinheit liegen soll, die schon 2013 gegründet worden war.

Die Angehörigen der vermissten Studenten begannen am Mittwoch einen Hungerstreik. In ihrem weißen Streikzelt auf dem zentralen Zócalo-Platz in Mexiko-Stadt forderten die Eltern Aufklärung über das Schicksal ihrer verschwundenen Söhne. Die Aktion wurde nach dem Treffen mit dem Präsidenten fortgesetzt. „Wir werden nicht aufgeben, wir werden ihm weiter Schwierigkeiten machen“, sagte eine der Mütter der Studenten. Für den Jahrestag am Samstag ist eine Großkundgebung in der mexikanischen Hauptstadt geplant.

Die Studenten eines als links bekannten Lehrerseminars in Ayotzinapa waren in der Stadt Iguala verschwunden, nachdem sie mehrere Busse gekapert hatten, um zu einer politischen Protestaktion zu fahren. Laut Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam nahmen Polizisten die Lehramtsstudenten auf Anweisung des Bürgermeisters fest und lieferten sie an Mitglieder des Drogenkartells Guerreros Unidos aus.

Demnach ermordeten diese die Studenten, verbrannten ihre Leichen auf einer Müllkippe und warfen die Asche in einen Fluss. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Studenten irrtümlich für Mitglieder eines rivalisierenden Drogenkartells gehalten. Die Behörden nahmen bereits mehr als hundert Verdächtige fest, darunter den damaligen Bürgermeister von Iguala und dessen Ehefrau, mehrere Polizisten sowie vor kurzem ein führendes Mitglied der Guerreros Unidos.